Tuesday, May 25, 2010

Nordkoreas Armee in Kampfbereitschaft

03.07.10 17:51

Konflikt: Nordkoreas Armee in Kampfbereitschaft | Frankfurter Rundschau -

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Nordkoreas Armee in Kampfbereitschaft

VON BERNHARD BARTSCH

In Nordkorea ist Kim Jong Ils Welt noch halbwegs in Ordnung. Am Wochenende

würdigte die Staatspresse ihren "Geliebten Führer" mit einem Rührstück über seine

Volksverbundenheit.

Bei einem Truppenbesuch sei Kim überraschend im Morgengrauen erschienen, weil für

den Vormittag Regen vorhergesagt gewesen sei und er verhindern wollte, dass die

Soldaten beim Gruppenfoto nass würden, berichtete das Zentralorgan KCNA. "Als die

Offiziere und Soldaten den Grund für seine frühe Ankunft erfuhren, waren sie tief

bewegt von seiner allumfassenden Fürsorge um sie."

Außerhalb des Sendebereichs von Pjöngjangs Propagandaapparat ist Kims Ansehen dagegen schlechter denn je.

Als erste Strafe für die Versenkung der südkoreanischen Korvette "Cheonan" und den Tod von 46 Soldaten am

26. März kündigte Seoul am Montag an, den Handel mit dem Norden vollständig einfrieren zu wollen.

"Wir haben Nordkoreas Brutalität immer wieder ertragen. Aber diesmal liegen

die Dinge anders", sagte Präsident Lee Myung Bak in einer Fernsehansprache.

"Nordkorea wird einen Preis für seine Provokation zahlen müssen."

Kooperationsprojekte gestoppt

Alle Kooperationsprojekte sollen gestoppt werden, mit Ausnahme des gemeinsam betriebenen Industriegebiets

Kaesong, in dem 1000 Südkoreaner und 42.000 Nordkoreaner arbeiten. Auch die humanitäre Hilfe für

nordkoreanische Kinder soll weitergehen. Dagegen sollen nordkoreanische Handelsschiffe künftig nicht mehr

Abkürzungen durch Südkoreas Gewässer nehmen dürfen.

Außerdem forderte Lee eine Entschuldigung und wiederholte seine Absicht, den Fall vor den UN-Sicherheitsrat

bringen zu wollen. Pjöngjangs Regierung, die jede Verbindung mit dem Cheonan-Unglück abstreitet, hat

angekündigt, Sanktionen als Kriegserklärung auffassen zu wollen.

Rückendeckung erhält Lee von seinem wichtigsten Bündnispartner, den USA. Einer Mitteilung des Weißen Hauses

zufolge hat US-Präsident Barack Obama eine engere militärische Zusammenarbeit mit Seoul angeordnet.

Südkoreas Verteidigungsminister Kim Tae Young kündigte bereits gemeinsame Anti-U-Boot-Manöver an. Die

Untersuchung des Cheonan-Untergangs war zu dem Ergebnis gekommen, dass der Torpedo von einem kleinen

U-Boot abgeschossen worden war.

Pjöngjang droht mit Schüssen

Außerdem will Südkorea entlang der Grenze Lautsprecher aufstellen, durch die Nordkoreas Soldaten

eingeschüchtert oder zur Desertion angestiftet werden sollen. Pjöngjang reagierte prompt und drohte am

Montag, auf die Lautsprecheranlagen an der Grenze zu schießen.

US-Außenministerin Hillary Clinton wirbt seit Sonntag in Peking um Zustimmung für eine neue UN-Resolution

gegen Pjöngjang. "Wir haben Nordkorea aufgefordert, sein provokatives Verhalten einzustellen", sagte Clinton

03.07.10 17:51

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und bezeichnete die Lage auf der koreanischen Halbinsel als hoch prekär. "Wir müssen wieder alle

zusammenarbeiten, um diese Herausforderung zu bewältigen."

Allerdings ist bisher unklar, wie Peking mit der Nordkoreafrage umgehen will. Die Volksrepublik spielt im

Nordkoreakonflikt eine Schlüsselrolle, da sie die besten Beziehungen zu Pjöngjang hat. Allerdings ist sie immer

wieder als politische Schutzmacht Nordkoreas aufgetreten. Peking will am Dienstag seinen Sonderbeauftragten

Wu Dawei nach Seoul schicken, einen Tag, bevor auch Clinton in die südkoreanische Hauptstadt reist.

Japan lenkt bei Okinawa ein

Angesichts der Krise auf der koreanischen Halbinsel hat die japanische Regierung im Streit um einen US-

Militärstützpunkt auf der südjapanischen Insel Okinawa ihre Forderung nach einer Verlegung aufgegeben. Er

habe entschieden, dass derzeit einer "soliden Beziehung" zum Sicherheitspartner USA auf Basis gegenseitigen

Vertrauens "größte Wichtigkeit" zukomme, sagte Regierungschef Yukio Hatoyama am Montag in Tokio. Er hatte

den Menschen auf Okinawa während des Wahlkampfes Hoffnungen gemacht, dass die Helikopter-Basis Futemma

aus Okinawa oder ganz aus Japan verschwinden wird. Hatoyama entschuldigte sich bei einem Besuch Okinawas

für die Kehrtwende.

Die neue Planung der Regierung in Tokio sieht vor, dass die mitten in den Wohngebieten der Stadt Ginowan

gelegene Helikopter-Basis an die Küste nahe der Stadt Nago verlegt wird, wo es bereits einen US-

amerikanischen Stützpunkt gibt. mit dpa

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Dokument erstellt am 24.05.2010 um 15:30:12 Uhr

Letzte Änderung am 25.05.2010 um 09:47:23 Uhr

Erscheinungsdatum 25.05.2010 | Ausgabe: d

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