Saturday, May 29, 2010

"Außergewöhnliche Pressekonferenz"

03.07.10 18:00

Korea-Konflikt: "Außergewöhnliche Pressekonferenz" - taz.de

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29.05.2010 | 1 Kommentar

KOREA-KONFLIKT

"Außergewöhnliche Pressekonferenz"

VON JUTTA LIETSCH

Pjöngjangs sonst unzugängliche Militärkommission warnt den

Süden vor Seemanöver. Diplomaten: "Relativ milde

Drohungen".

Foto: dpa

Ein südkoreanischer Veteran schlägt auf ein Abbild des nordkoreanischen

Diktators Kim Jong-Il ein.


PJÖNGJANG taz | Nordkoreas Armee hat den Süden am Freitag

davor gewarnt, den Konflikt auf der Halbinsel zu verschärfen. Sonst

könne "in jedem Augenblick Krieg ausbrechen". Die aktuellen

Spannungen zeigten, dass Nordkoreas Bemühen um eigene

Atomwaffen richtig seien. Diese seien "rein defensiv" und schützen

vor äußeren Feinden. Nordkora habe weitere, bislang nicht bekannt

gegebene Waffen, hieß es ohne Details.

In der beispiellosen Pressekonferenz der Nationalen

Verteidigungskommission warnte Generalmajor Ban Rim-su vor

Diplomaten und wenigen Journalisten den Süden davor, ein

geplantes Manöver mit den USA in umstrittenen Küstengewässern

durchzuführen. Zugleich wies er erneut den von einer

südkoreanischen und internationalen Untersuchungskommission

erhobenen Vorwurf zurück, die südliche Korvette "Cheonan" mit

einem Torpedo versenkt zu haben.

Dies sei nicht im Interesse Nordkoreas, das versuche, seine

Wirtschaft zu sanieren. Dahinter stecke vielmehr der Versuch

konservativer Kräfte des Südens, die Bevölkerung gegen den

Norden "in Rage" zu versetzen, um die Regionalwahlen am 2. Juni

für sich zu entscheiden. Außerdem wollten diese Kräfte um

Südkoreas Präsidenten eine Annäherung zwischen den USA und

Nordkorea verhindern.

Beim Untergang des südkoreanischen Schiffes starben im März 46

Marinesoldaten. Laut Ban erneuerte Nordkorea am Donnerstag die

Forderung, Experten nach Südkorea zu schicken. Seoul lehnt dies

ab.

Zur Ankündigung Russlands, Fachleute zur Überprüfung der

vorgelegten Beweise nach Seoul zu schicken, erklärte Ban: "Damit

haben wir nichts zu tun." Er bekräftigte, dass Nordkorea "damit

angefangen hat, zu prüfen, ob man die Verbindungsbüros zwischen

südlichen und nördlichen Militärs schließen und die Passage zum

Industriekomplex Kaesong vollständig blockieren" werde. Im

nördlichen Kaesong lassen südliche Firmen produzieren.

Diplomaten in Pjöngjang

bewerteten die Pressekonferenz als "ganz außergewöhnlich". Die

Verteidigungskommission, das höchste Gremium des Militärs, sei

gewöhnlich unzugänglich, die Warnungen gegen den Süden seien

"relativ milde" formuliert. Nordkoreas Sorge, dass die Situation

außer Kontrolle gerate, sei offenbar extrem hoch.

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